Rönnebeck. Im Hintergrund ertönt leise Entspannungsmusik, der Raum ist behaglich und Regen prasselt gegen die Scheiben. Ich liege ausgestreckt unter einer weichen Decke, habe Herzklopfen und traue kaum, mich zu bewegen. Es ist meine erste Hypnose - ein Selbstversuch. Meine Gedanken kreisen: Schaffe ich es ruhiger zu werden oder hüpfe ich gleich von der Liege und breche das Experiment ab?

Mit sonorer und sanfter Stimme spricht mein Hypnotiseur mit mir. Er merkt, dass ich zappelig bin, meine Lider zucken und der Atem flach ist. Aber er lässt sich nicht beirren. Kurz darauf atme ich bereits langsamer und tiefer. Ewald Pipper möchte, dass ich laut von eins bis drei zähle, jeweils nach einem tiefen Atemzug. Eigentlich möchte ich das gar nicht, meine Zunge fühlt sich schwer an und ich bin so angenehm träge. Aber ich tue, was mir gesagt wird. Laut sage ich "Eins". Die nächste Zahl klingt schon etwas leiser und die "Drei" kann ich nur noch flüstern.

Im Vorgespräch hat Ewald Pipper erzählt, wie er selbst zur Hypnose gefunden hat. "Zu meinen Glanzzeiten hatte ich vier Tankstellen mit über 80 Angestellten. Ich war überlastet und bekam einen Augen-Infarkt." Auf ärztlichen Rat habe er dann in fünf Sitzungen die entspannende Selbsthypnose erlernt. "Und die mache ich jetzt immer bei Bedarf. Zur Not auch auf der Autobahnraststätte", so der 54-jährige Kraftfahrzeugmeister.

Berufsbild ungeschützt
Die Tankstellen besitzt Pipper immer noch, arbeitet inzwischen aber vornehmlich als Hypnotiseur. Seine Ausbildung an der Treusch Akademie Darmstadt dauerte zwei Jahre, wobei das Berufsbild nicht geschützt ist. In seiner Rönnebecker Praxis hilft Pipper seinen Klienten dabei, sich das Rauchen abzugewöhnen, persönliche Krisen zu meistern, selbstbewusster zu werden, abzunehmen oder Phobien zu überwinden. Pipper betont: "Das sind aber keine Therapien, ich habe keine Patienten, und ich bin kein Psychotherapeut."
Eine Klientin in hat Pipper von ihrer Schokoladensucht befreit. Während der Hypnose hat er ihr Bilder vermittelt, die ihr den Appetit auf Schokolade verdorben haben. Bei einer Spinnen-Phobie funktioniert die Umorientierung andersherum. Das verhasste Tier wird zu einem Sympathieträger. "Generell kann jeder Mensch hypnotisiert werden", sagt der 54-jährige Bremer. "Wenn aber einer sagt, da habe ich keinen Bock drauf, geht es natürlich nicht."
Ungeplante Hypnose-Zustände erlebe jeder Mensch,beispielsweise bei einem gedankenverlorenen, ungezielten Blick aus dem Fenster. Man nehme die Geräusche rundum nur noch aus der Ferne wahr und entspanne sich. "Auch, wer einen Liebesfilm ansieht und dabei weint, ist gefangen von Bildern die lediglich auf einer Leinwand zu sehen sind." Die Realität werde in diesem Moment ausgeblendet und nicht wahrgenommen.

Ähnlich funktioniere auch die Hypnose. Pipper gibt das Stichwort"Rose". "Beim Gedanken an eine Rose, stellt sich jeder Mensch etwas anderes vor, weil man die Bilder mit dem individuellen Bewusstsein abgleicht." Einer habe einen gelben Rosenstrauch vor Augen, ein anderer stelle sich eine langstielige rote Rose vor. Die Fantasie kennt keine Grenzen.
Tatsächlich reise ich selbst während der Hypnose mit Ewald Pippers Hilfe in die Südsee, liege am Strand und lasse mich vom warmen Wasser umspülen. Allerdings: Entspannen kann ich mich dabei nicht so recht. Lieber wäre ich an die dänische Nordseeküste gereist oder in die Toskana. "Das ließe sich beim nächsten Mal alles einrichten", versichert Pipper nach der Hypnose. "Man kann auch auf einem holländischen Deich spazieren gehen."
"Hypnose ist weder Bewusstlosigkeit noch Narkose", betont Ewald Pipper. Und man könne durchaus könne auch im Sitzen oder mit offenen Augen hypnotisiert werden. "Ich habe einen Klienten, der dabei im Zimmer und auf dem Flur umherläuft."Auch dabei kann der Hypnotiseur das reale Bewusstsein ablenken, um mit dem Unterbewussten zu arbeiten - mit bereits erlebten Bilder, die der Vergangenheit angehören, aber während der Entspannung von allein auftauchen.

Pipper führt mit den Hypnotisierten ein Gespräch, interpretiert den Dialog und gibt individuelle Impulse. "Aber meist erzählen die Menschen selbst, was ihr Problem ist", sagt Pipper. "Einige weinen sogar unter der Hypnose - betrachten den eigenen Film aber trotzdem ganz entspannt als Außenstehende. Sie haben eine Distanz zum eigenen Konflikt."
Mit mir macht Pipper eine reine Entspannungshypnose. irgendwann kündigt er an, meine Unterarme senkrecht aufstellen zu wollen und hilft mir dabei. Die Hände halte ich wie offene Schalen in Richtung Kopf. Nun soll ich all meinen seelischen Ballast nach und nach gedanklich in diese Schalen legen. Ruhig aber bestimmt animiert mich der Hypnotiseur dazu, belastende Ereignisse aus meinem Brustraum zu entfernen und zu entsorgen. Während mein Brustkorb tatsächlich weiter und freier zu werden scheint, werden meine Hände immer schwerer und es fließt Energie.

Auf jeden Fall tut es gut, den Brustkorb zu entmüllen. Ich spüre förmlich, wie ich mich entspanne und besser durchatmen kann. Fast habe ich Angst, Ewald Pipper könnte diesen Kehraus abbrechen, bevor ich jeden Winkel des Brustkorbes ausgemistet habe.
"Die Hände werden sich jetzt bewegen", kündigt Pipper an . ’Wie sollen die sich den bewegen?’, denke ich noch, da fangen sie an, sich ganz langsam und ruckartig nach vorne zu drehen. Stückchen für Stückchen. Erstaunt registriere ich diese unwillkürlichen Bewegungen, könnte sie auch stoppen, will es aber nicht. Auch das Senken der Unterarme geht ruckartig vor sich und scheint ewig zu dauern. Im Anschluss unternehme ich die bereits erwähnte Reise in die Südsee, danach werde ich behutsam ins Hier und Jetzt zurückgeholt. Ich fühle mich gut, spürbar leichter und erleichtert.

Draußen ist es inzwischen stockduster, und es regnet noch. Ist mir völlig egal. Relaxt setze ich mich ins Auto und fahre ganz gemächlich nach Hause. Auf Musik verzichte ich. Zu schön ist dieser tiefenentspannte Zustand.
Entspannungs-Hypnose im Selbstversuch: Methode gegen Stress und Angst
Ballast-Abbau am Südsee-Strand
Imke Molkewehrum 22.10.2012
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Imke Molkewehrum 22.10.2012
Hypnos heißt Schlaf, aber Hypnose hat mit Schlafen nichts zu tun. Vielmehr befinden sich Hypnotisierte in einer Art Trance-Zustand. Die Realität wird ausgeblendet, und das Bewusstsein richtet sich auf seelische Erlebnisse. Dabei ist der Klient sehr konzentriert, also keinesfalls willenlos. Wie es sich anfühlt, hypnotisiert zu werden, hat Imke Molkewehrum im Selbstversuch erfahren und Erstaunliches erlebt.
Gibt es eine Schokoladensucht?
Ja, es gibt Menschen, die schokoladesüchtig sind. Allerdings gibt es zur Linderung dieser Sucht eine Hypnosetherapie. Hypnotiseur Ewald Pipper erzählt bei den Schwabenweckern Nadja und Tobi, wie so eine Therapie aussieht. Weitere Infos zu Ewald Pipper gibt es hier.
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